Juni 30, 2013
Nationalität: FRANKFURTERIN
Nationalität: Frankfurterin
Doppelte Herausforderung. Wie gelingt die Akzeptanz?
Sind Frauen mit Migrationshintergrund doppelt herausgefordert, wie der Untertitel der Veranstaltung suggeriert? Gibt es Schwierigkeiten bei der Akzeptanz?
Ich freue mich sehr, dass Alina BENSCH vom Vorstand der Kommunalen Ausländervertretung das Impulsreferat bei diesem FRAUEN-POLITIK-DIALOG halten wird. Am kommenden Sonntag, dem 7. Juli 2013, von 11:30 Uhr bis 13:00 Uhr wird die Veranstaltungsreihe in der Ausstellungshalle Schulstraße 1a, Sachsenhausen fortgesetzt.
Im Migrationsbericht der Bundesregierung von 2005 heißt es sinngemäß: Frauen mit Migrationshintergrund unterliegen ebenso wie andere Frauen mit ähnlicher sozial-ökonomischer Situation den Restriktionen der Geschlechterdiskriminierung. Verschärfend wird ein Migrationshintergrund, wenn z.B. Fremdendiskriminierungen und ein unsicherer Aufenthaltsstatus hinzukommen.
Aber erklärt das alles? Haben zugewanderte Frauen und / oder deren Töchter die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt? Wie aufgeschlossen und unvoreingenommen ist unsere Gesellschaft, insbesondere unsere Arbeitsgesellschaft?
Alle Frauen sind durch Geschlechterdiskriminierung stark gefordert Benachteiligungen zu überwinden und öffentlich wahrgenommen zu werden. Sind Frauen mit Migrationshintergrund noch mehr gefordert, noch mehr unter Druck? Am Arbeitsmarkt, im Privatleben, in der deutschen Nachbarschaft, im nicht-migrantischen Freundeskreis beweisen zu müssen, dass sie ebenso ein selbstbestimmtes Leben führen wie ihre „weißen Schwestern“ ?
Wie kann dabei die gesellschaftliche Partizipation, die Teilhabe am öffentlichen Leben intensiviert werden?
Gibt es auch Chancen und zusätzliche Ressourcen? Darauf weisen zumindest die Ergebnisse der Grundlagenstudie „Viele Welten leben“ über die Situation und Zukunftsvorstellungen junger Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund hin.
„Sie (die jungen Frauen und Mädchen) sind überwiegend optimistisch, bildungs- und familienorientiert, streben finanzielle Unabhängigkeit sowie partnerschaftliche Gleichberechtigung an. Eine starke Identifizierung mit der eigenen ethnischen Gruppe steht nicht im Gegensatz zu ihrer an Deutschland ausgerichteten Lebensplanung. Starke familiäre Bindungen bedeuten für sie in der Regel keine Einengung oder ein Integrationshemmnis, sondern bilden eine wesentliche Ressource.“
Es ist – wie immer – eine differenzierte Herangehensweise geboten, Verallgemeinerungen verträgt das Thema nicht.
Wie auch bei den anderen FRAUEN-POLITIK-DIALOGEN wollen wir miteinander sprechen und Gedanken austauschen Wir freuen und auf die Impulse.
Mit dem Titel „Nationalität: Frankfurterin“ greife ich einen Gedanken aus der Veranstaltung „Speak up“ auf. Die Grünen im Römer hatten das Thema „Politische Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund“ im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung thematisiert. Die Frage nach der Identität und Herkunft fand dort eine eindeutige Antwort: Ich bin vor allem FRANKFURTerIn !