Mai 17, 2013
Terminal 3 Entscheidung: Wie ein Bier zur Bekämpfung eines Alkoholkaters
Nein, es soll doch bitte keiner versuchen, mir weis zu machen, dass die Entscheidung für den Weiterbau des Terminal 3 irgendetwas mit rationalen Erwägungen, wirtschaftlicher Vernunft, rechtlichen Zwängen, Sicherung von Arbeitsplätzen und dergleichen zu tun hätte.
Was ist es nur, was diese kafkaeske Dramaturgie von Großprojekten und Investitionen auslöst, diese Unfähigkeit Fehler zu erkennen, einzuräumen, umzusteuern, um Schlimmeres zu verhindern?
Erst die Startbahn 18 West in den Wald geschlagen, obwohl sie nur einen kleineren Teil der Tage nutzbar ist und die Nutzung der anderen Bahnen einschränkt. Massenproteste und Tote hat es gegeben. Und obwohl dann einer der Entscheidungsgründe, nämlich die Airbase wegfällt und man ohne Gesichtsverlust anders hätte innerhalb des Zaunes wachsen können, wird die planerisch, sicherheitstechnisch, fliegerisch unsinnigste Variante, bei denen die Flugzeuge am Himmel und am Boden Pirouetten drehen müssen, durchgepeitscht, mehr als 100.000 Menschen neu verlärmt und deren Gesundheit aufs Spiel gesetzt. Es gibt einen andauernden Protest der BürgerInnen und Kommunen, man entgeht nur mit Glück einem Unfall durch Wirbelschleppenschäden und die Luftverkehrsentwicklung ist rückläufig. Trotzdem ( oder gerade deswegen!) werden ohne jede Not und ohne öffentliche Erörterung weitere Entscheidungen getroffen, die die bisherigen Fehlentscheidungen zementieren.
Was sind denn das bloß für öffentliche und private Anteilseigner?!
Verhalten sich wie Süchtige, die einen heftigen Kater mit einem frischen Bier bekämpfen oder am Roulettetisch nach herben Verlusten noch einmal frisches Geld aufnehmen und alles auf rot oder schwarz setzen….(wie passend!)
Wer behandelt denn solche Krankheiten bei Unternehmen und Organisationen? Kann mal jemand den richtigen Arzt holen?