März 20, 2013

TERMINAL 3 – Warum es für Region und Flughafen gut und richtig ist, die Planungen nicht weiter zu verfolgen

Die Anzahl der An- und Abflüge bewegt sich seit Jahren konstant in einem Korridor von 450.0000 bis 490.000, bei sinkender Tendenz. Die Prognosen, die dem Ausbau zu Grunde gelegt wurden, haben sich nicht erfüllt.

Das Terminal 3 ist für zusätzlich 25 Millionen Passagiere und zusätzlich 200.000 Flugbewegungen geplant. Zum Vergleich:  der Flughafen BER/Brandenburg ist für insgesamt 27 Millionen Passagiere geplant.Angesichts der HUB-Konkurrenz von u.a. Berlin, München, London, Paris, Istanbul, Abu Dabi ist ein solches Wachstum wenig realistisch.Das wird inzwischen auch von Fraport eingeräumt, weshalb der Ausbau verlangsamt werden soll.

Aber selbst, wenn es mittelfristig anders aussehen würde, so müsste in Frage gestellt werden, ob sich diese Menge von Flugbewegungen über das derzeitige Routensystem abwickeln lässt. Experten stellen das in Frage. Ein weiterer Ausbau und eine weitere Ausdehnung des Lärmteppichs wäre die Folge. Das verkraftet die dicht besiedelte Rhein-Main-Region nicht. Die Grenze der Belastbarkeit ist jetzt schon überschritten.

Zwar ist der Bau des Terminals 3, ebenso wie der Betrieb der Nordwest-Landebahn planfestgestellt, aber Planungs- und Baurecht ist nicht Baupflicht.

Die hierfür erforderlichen Geldaufnahmen (derzeit wird das Projekt mit ca.1 Milliarde € veranschlagt) schmälern das Geschäftsergebnis von Fraport und die Dividenden für Stadt und Land. Die öffentlichen Mittel für Bau und Unterhalt des Autobahnzubringer und des S -Bahnanschlusses können gespart oder zur Optimierung der vorhandenen Anschlüsse verwendet werden.

Ja, Fraport ist die „Cash Cow“ für viele Unternehmen. Auch im Haushalt der Stadt Frankfurt schlägt die Dividende z.B. mit 24 Millionen € zu Buche. Niemand verkennt die Bedeutung des Unternehmens und dessen Arbeitsplatzrelevanz, und gerade deswegen muss diese fragwürdige Investition im öffentlichen Interesse hinterfragt werden. Die Einnahmen für Stadt und Land sind unverzichtbar, der Schuldendienst für die Investition nicht zu vertreten. Die Mittel werden dringend benötigt z.B. für den Ausbau von KITAs, Ganztagschulen, sozialer Infrastruktur, sozialem Wohnungsbau, der Energiewende, Straßen- und Schieneninstandhaltung und den Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Und auch das schafft Arbeitsplätze, in Frankfurt, aber auch anderswo in Hessen.

Es kommt deshalb darauf an, möglichst viele Menschen im Frankfurter Süden, aber auch in anderen Teilen Frankfurts, Landebahn-und Lärmgegner, aber auch Beschäftigte am Flughafen, Landesregierung, beteiligte Gebietskörperschaften, Fraport und deren Anteilseigner davon zu überzeugen, dass es für alle von Vorteil ist, auf den Bau des Terminal 3 zu verzichten.